„…ein Oben und Unten gibt es nur im Denken, nur in der Abstraktion. Die Welt selbst kennt kein Oben noch Unten…“ – H.Hesse
Wie unangenehm recht der Mann hat. Ohne Oben und Unten sind wir völlig verloren in dieser Welt, weshalb wir alle unsere Position hier in diesem uns eigenen Kopf sichern. Nur wie können wir noch Vertrauen in unser eigenst erschaffenes Oben und Unten erhalten, nachdem wir diesen Satz gelesen und gedacht haben? Mit diesem Gedanken im Kopf zerbröselt doch die ganze Welt. Die Abstraktion unseres Weltbildes wird in ihrer ganzen kalten Grausamkeit offenbar und obwohl wir klug genug sind sofort ein neues Zuhause zu schaffen, uns mit der Welt in ein Verhältnis zu setzen, hinterlässt der kleine hässliche Erkenntnissblitz eine weißgebrannte Fläche mit bröckelnden Rändern, die alle nur den entmutigenden Blick in einen Abgrund bieten. Übelkeit erregend. Ich erbreche ganze Wortströmungen, mit denen ich meinen Hort zu festigen suche. Ein gewisser Schwermut setzt sich im Erleben dieser Hilflosigkeit fest.
„Du bist da zuhause, wo deine Sprache zuhause ist.“ Der gute alte Goethe war schon ein kluges Kerlchen. So suche ich mich im endlosen, pulsierenden Leben der Sprache – Königin der Abstraktion und Göttin des Scheins.
Sollte es kein Oben und kein Unten geben was machen wir dann mit den Seiten? Wird alles zur Seite? Brauchen wir die Seiten womöglich auch nicht mehr? In der Technik haben wir da eine ganz einfache und doch gute Lösung: „Es kommt alles auf den Bezugspunkt an!“